Film “Balkan Blues” auf ORF2
Die Wiener Tschuschenkapelle auf Balkantour
ORF2 am Sonntag, 28. Juni, 23h00
ein Film mit: SLAVKO NINIC, MARIA PETROVA, MITKE SARLANDZIEV, HIDAN MAMUDOV, JOVAN TORBICA, AHILEA DURCOVSKI
Buch/Regie: WOLFGANG BEYER Kamera: WALTER REICHL, MARCO ZIMPRICH
Ton: INA FISCHER, Schnitt: PETRA ZÖPNEK
Tonschnitt und Mischung: INGO HOLUB, Übersetzungen: SLAVKO NINIC
Sprecher: MERCEDES ECHERER, MARGIT MAURER, JOHANN NIKOLUSSI
Idee und Organisation der Tour: PETER KUTHAN
Aufnahmeleitung Sarajevo: NATASA MIRKOVIC-DE RO
Produktion Fischer Film: KARIN RUDLE, Filmgeschäftsführer: PETER DONKE
Produktion ORF: JUTTA KITTNER, Redaktion ORF: FRANZ GRABNER
Produzent: MARKUS FISCHER
Eine Koproduktion von ORF und FISCHERFILM, gefördert von der Österreichischen Ost- und Entwicklungszusammenarbeit OEZA
Sie war schon fast überall, die „Wiener Tschuschenkapelle“ – von Marokko bis Zimbabwe, von Kanada bis Brasilien, von Belgien bis Italien. Aber voriges Jahr tourte sie erstmals durch jene Länder, aus denen ihre Lieder – und auch die meisten Mitglieder der Band - stammen. In Kroatien und Bosnien, in Serbien, Mazedonien und Albanien präsentierten „Obertschusch“ Slavko Ninić und seine vier musikalischen Mitstreiter ihre Interpretation von Balkan-Musik, die durch das Leben in der Wiener „Diaspora“ mitgeprägt wurde.
Der Film „Balkan Blues“ von Wolfgang Beyer dokumentiert diese Reise; er ist aber weit mehr als das Tour-Tagebuch einer bekannten Band, die heuer ihr zwanzig-jähriges Bestehen feiert – erzählt wird von Begegnungen mit anderen Kulturen wie jener der Roma in Serbien; von den Wunden des Balkankrieges, die noch lange nicht verheilt sind; und von den Möglichkeiten der Musik, dem Gift des Rassismus und Nationalismus entgegen zu wirken.
Höhepunkt der „Sevdah Transversale“ – so der Titel der Tour – war zweifellos der Aufenthalt in Bosnien-Herzegowina. Denn Sarajevo ist die Metropole der Sevdah- oder Sevdalinka-Musik, die man als „Balkan-Blues“ bezeichnen könnte; einer musikalischen Tradition, vergleichbar etwa dem Fado oder Rembetiko. Zu sehen und zu hören sind Größen dieser faszinierend-sentimentalen Lieder, etwa Hanka Paldum und Sejo Pitić, die in einer Art „Sevdah-Session“ gemeinsam mit der „Wiener Tschuschenkapelle“ aufgetreten sind. Einige von ihnen waren heuer beim „Balkan Fever“- Festival zu Gast in Wien, wo Sevdalinka gerade erst entdeckt wird.
Regisseur Wolfgang Beyer ist Autor zahlreicher Dokumentarfilme zu musikalischen Themen. In dem - von der Kritik hoch gelobten - Film „Schlurf – Im Swing gegen den Gleichschritt“ erzählte er (gemeinsam mit Mona Ladurner) von Jazz-begeisterten Jugendlichen, die der Nazi-Diktatur trotzten; in filmischen Porträts von Komponisten wie Viktor Ullmann und Ernst Krenek, die vom Nationalsozialismus verfolgt wurden, stellte er die Frage nach der Wirkung von Kunst in totalitären Gesellschaften. Das Verhältnis von Musik und Politik ist auch wesentliches Thema dieses Films. „Balkan Blues“ ist ein eindrucksvolles Plädoyer für die friedliche Koexistenz von Kulturen, Ethnien und Religionen.
Posted in Allgemeines
Januar 8th, 2010 at 19:42
Gibt es eine DVD von Ihrer Sendung “Balkan Blues” im ORF am 05-01-10?
Es was eine wunderschöne Sendung!
Bernd Dieterich
Divonne-les-Bains