“U Prolazu” - ein Contrabass und Cremeschnitten aus Samobor

Juli 13th, 2008 by admin

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Samstag, 12. Juli

Nach einer Nacht ohne Zahnbürste und Kleiderwechsel für die meisten von uns fahren wir vormittags vom Hotel zum Flughafen Zagreb zurück, weil mit der 10h00 Maschine der MALEV wenigstens ein paar unserer fehlenden Gepäckstücke kommen sollen und wir sie vor Ort checken wollen. Es sind dann sechs aus neun, aber das Akkordeon ist wieder nicht dabei. Mitke ist deprimiert. Die fehlenden Stücke sollen angeblich abends über Split (!) ankommen, zu spät für das Fest in der Lika, zu dem wir nachmittags aufbrechen sollten. Da auf das Versprechen einer Nachsendung nach den schlechten Erfahrungen bisher kein Verlass ist, müssen wir Ersatz organisieren und auch gleich einen Kontrabass für Jovan auftreiben.

Unsere Betreuerin Dinka Migic-Vlatkovic legt sich ins Zeug, meist mit handy unterm Fahren vom Lenkrad aus, was mich ganz schön ins Schwitzen bringt. Die meisten Musiker, die als Leihgeber in Frage kommen, antworten auch - aber vom Urlaub am Meer aus. Was tun? Die Leihanstalt will 300 € plus Versicherung alleine für einen Contrabass!

Schließlich hat Dinka doch noch Glück und eine rettende Idee. Eine Bekannte, Zdenka Mercep, die die Musikschule in Samobor leitet - einem nordwestlichen Vorort von Zagreb am Fuß eines Hügelzuges mit Weinbergen, der ein wenig an die heimischen Gefilde des Weinviertels erinnert – öffnet uns unbürokratisch die Instrumentensammlung der Schule.

Bei der Gelegenheit kosten wir gleich die berühmten Cremeschnitten in der Konditorei U Prolazu am schönen Stadtplatz von Samobor: ein mächtiger Klotz von echt „fluffy“ Vanilleschaum mit Blätterteig unterlegt und getoppt, der schon beim Anblick in Vorfreude wackelt. U Prolazu bezieht sich auf einen Hausdurchgang neben der Konditorei und irgendwie auch auf dieses ungeplante, nervenaufreibende und schließlich doch versöhnliche Intermezzo. Und Slavko trifft dabei einen Freund und ehemaligen Bürgermeister des Ortes, mit dem er in den 70er Jahren in Zagreb studiert hat. So wendet sich alles zum Guten und wir können endlich zum Fest in die Lika aufbrechen.

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